Dieser Artikel richtet sich an Geschäftsführungen kleiner und mittlerer Unternehmen, die 2027 ein KI-Vorhaben planen: Eine Beratung, eine Schulung fürs Team oder eine eigene Anwendung. Er zeigt, welche Förderprogramme noch laufen, welche enden und welche schon beendet sind.
Die Lage hat sich 2026 deutlich verändert. Die bekannten Zuschüsse für Digitalisierung gibt es nicht mehr, und eigene Programme nur für KI im Mittelstand sind für 2027 nicht angekündigt. Gefördert wird KI deshalb meist über allgemeinere Programme: Beratung zur digitalen Arbeit, Kredite für Digitalisierungsprojekte und Weiterbildung. Alle Angaben stammen aus den Programmseiten und Richtlinien, Stand 28.10.2026.
Alle Programme auf einen Blick
Grün läuft, Sand endet bald, Blau ist für 2027 angekündigt, Grau ist beendet.
Läuft bis 2028
INQA-Coaching
Bund (BMAS), Unternehmen unter 250 Beschäftigten
Coaching, wenn sich durch die Digitalisierung Arbeit und Abläufe im Betrieb ändern. Die Beschäftigten werden einbezogen.
- Zuschuss
- 80 % der Beratungskosten
- Umfang
- bis 12 Tage in 7 Monaten
- Antrag
- über eine INQA-Beratungsstelle
Endet am 31.12.2026
BAFA-Beratungsförderung
Bund (BAFA), kleine und mittlere Unternehmen
Zuschuss zu einer Unternehmensberatung zu wirtschaftlichen, personellen und organisatorischen Fragen. Seminare und Workshops sind ausgeschlossen.
- Zuschuss
- in Hessen 50 %, höchstens 1.750 €
- Antrag
- vor dem Vertrag mit der Beratung
- 2027
- keine Verlängerung veröffentlicht
Läuft
ERP-Förderkredit Digitalisierung (KfW 511)
Bund (KfW), über die Hausbank
Kredit für Digitalisierungsprojekte: Hard- und Software, Einführung inklusive Beraterkosten, in höheren Stufen auch Weiterbildung und ein Zuschuss.
- Art
- Kredit, Zuschuss nur in Stufe 2 und 3
- KI
- Stufe 3, mit eigenen Unternehmensdaten
- Antrag
- vor Beginn des Vorhabens
Läuft
Weiterbildung über die Agentur für Arbeit
Bund (Bundesagentur für Arbeit), Arbeitgeber jeder Größe
Zuschüsse für längere Weiterbildungen von Beschäftigten bei zugelassenen Bildungsträgern.
- Dauer
- mehr als 120 Stunden
- Unter 50 Beschäftigte
- Lehrgangskosten in der Regel ganz
- Nicht gefördert
- Schulungen zu betriebsspezifischer Software
Neues Netzwerk ab 2027
Mittelstand-Digital-Zentren
Bund (BMWE), für Unternehmen kostenfrei
Kostenfreie Angebote, darunter KI-Trainerinnen und KI-Trainer. Die bisherigen Zentren enden bis Ende 2026, ein neues Netzwerk soll ab 2027 starten.
- Kosten
- für Unternehmen keine
- Start
- geplant ab Januar 2027
Beendet im Juni 2026
DIGI-Zuschuss Hessen
Land Hessen (WIBank)
Zuschuss für Hard- und Software und dazugehörige Schulungen. Die WIBank plant keine weiteren Förderaufrufe.
- Zuletzt
- bis 50 %, höchstens 10.000 €
Beendet Ende 2023
Digital Jetzt
Bund
Investitionszuschuss für Digitalisierung im Mittelstand. Ein Nachfolgeprogramm ist nicht veröffentlicht.
Beendet Ende 2024
go-digital
Bund
Beratung zur Digitalisierung über autorisierte Beratungsunternehmen. Die Richtlinie ist ausgelaufen.
INQA-Coaching: 80 Prozent für Beratung zur digitalen Arbeit
INQA-Coaching ist für 2027 das wichtigste Zuschussprogramm. Der Bund übernimmt 80 % der Kosten für bis zu 12 Coaching-Tage innerhalb von sieben Monaten, bei einem Tagessatz von höchstens 1.200 € netto. Die neue Förderrichtlinie vom Juni 2026 erlaubt Schecks bis 30.06.2028.
Gefördert wird ein Coaching, wenn sich durch die Digitalisierung Arbeit, Abläufe oder Zusammenarbeit im Betrieb ändern. Die Beschäftigten werden dabei einbezogen. KI steht nicht ausdrücklich in der Richtlinie. Die Einführung von KI-Werkzeugen ist aber oft genau so eine Veränderung: Neue Abläufe, neue Regeln, neue Aufgaben im Team.
- Wer: Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten, mindestens zwei Jahre am Markt, mit mindestens einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstelle.
- Wie: Zuerst eine kostenlose Erstberatung bei einer INQA-Beratungsstelle, danach gibt es den Coaching-Scheck.
- Wichtig: Das Coaching darf nur ein autorisierter INQA-Coach durchführen. Software und technische Umsetzung sind nicht gefördert.
BAFA-Beratungsförderung: Nur noch bis Ende 2026
Die Förderung von Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen gilt laut BAFA bis 31.12.2026. Eine Verlängerung oder ein Nachfolger ist auf den Seiten von BAFA und ESF bisher nicht veröffentlicht.
Gefördert werden Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. In Hessen und den übrigen alten Bundesländern zahlt das BAFA 50 % von höchstens 3.500 €, also bis zu 1.750 € je Beratung. Seminare und Workshops sind ausgeschlossen, ebenso Beratungen, die dem Verkauf eigener Produkte der Beratung dienen.
Wer eine KI-Beratung noch 2026 fördern lassen will, muss schnell sein: Der Antrag kommt vor dem Vertrag mit der Beratung, schon der Vertragsschluss gilt als Beginn.
KfW-Förderkredit Digitalisierung: Für KI-Projekte mit eigenen Daten
Für größere Vorhaben wie eine eigene KI-Anwendung kommt der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW in Frage (Programm 511, mit Haftungsfreistellung 512). Beantragt wird er vor Beginn des Vorhabens über die Hausbank.
- Gefördert: Hard- und Software und ihre Einführung, ausdrücklich inklusive Beraterkosten. In den Stufen 2 und 3 auch die Weiterbildung der Mitarbeitenden.
- KI: Stufe 3 setzt voraus, dass KI eine wesentliche Rolle spielt und unternehmensinterne Daten genutzt werden. Standardsoftware mit eingebauten KI-Funktionen zählt nicht.
- Zuschuss: In den Stufen 2 und 3 gibt es zusätzlich einen ERP-Förderzuschuss von höchstens 200.000 €. Stufe 1 ist ein reiner Kredit.
Wer selbst KI entwickelt, also forscht und nicht nur nutzt, kann außerdem die steuerliche Forschungszulage prüfen. Für kleine und mittlere Unternehmen beträgt sie 35 % der förderfähigen Aufwendungen.
Weiterbildung über die Agentur für Arbeit
Die Agentur für Arbeit fördert Weiterbildungen von Beschäftigten nach dem Sozialgesetzbuch III. Für kleine Betriebe sind die Zuschüsse hoch: Unter 50 Beschäftigten werden die Lehrgangskosten in der Regel ganz übernommen und 75 % des Arbeitsentgelts während der Weiterbildung erstattet.
Die Bedingungen passen aber nur zu längeren Kursen: Mehr als 120 Stunden, bei einem für die Förderung zugelassenen Träger, mit Inhalten über den einzelnen Arbeitsplatz hinaus. Schulungen zu einer betriebsspezifischen Software sind ausdrücklich nicht förderfähig. Ein halbtägiger KI-Workshop oder eine Schulung nach Artikel 4 der KI-Verordnung fällt deshalb nicht darunter.
Mittelstand-Digital: Kostenlose KI-Trainer ab 2027
Die Mittelstand-Digital-Zentren boten bisher kostenlose Veranstaltungen, darunter Angebote von KI-Trainerinnen und KI-Trainern. Laut Bundeswirtschaftsministerium endet die Förderung der bestehenden Zentren schrittweise bis Ende Dezember 2026. Ab 2027 soll ein neues bundesweites Netzwerk starten, wieder mit KI-Trainern und für Unternehmen kostenfrei. Die regionalen Zentren sollen ab Januar 2027 beginnen.
Für einen ersten Überblick sind diese Angebote gut. Für Ihre eigenen Abläufe, Regeln und Werkzeuge brauchen Sie danach meist eine Beratung oder Schulung, die auf Ihren Betrieb zugeschnitten ist.
Was aus Digital Jetzt, go-digital und dem DIGI-Zuschuss wurde
- Digital Jetzt war bis Ende 2023 befristet. Ein Nachfolgeprogramm ist nicht veröffentlicht.
- go-digital endete mit dem Auslaufen der Richtlinie am 31.12.2024.
- DIGI-Zuschuss Hessen: Die WIBank schreibt, das Programm sei mit Ablauf der Förderphase im Juni 2026 beendet, weitere Förderaufrufe seien nicht vorgesehen. Zuletzt gab es bis zu 50 %, höchstens 10.000 €, für Hard- und Software und dazugehörige Schulungen.
Wer heute nach einem Nachfolger sucht, findet für Zuschüsse zu Software und Hardware keinen. Für solche Investitionen bleibt vor allem der Förderkredit der KfW.
So gehen Sie vor
- Vorhaben klären. Beratung, Schulung oder eigene Anwendung? Davon hängt ab, welches Programm passt. Der kostenlose KI-Check zeigt in zwei Minuten, wo KI bei Ihnen Zeit spart.
- Programm wählen. Beratung zur Veränderung im Team: INQA-Coaching. Eine Anwendung mit eigenen Daten: KfW. Lange Weiterbildung: Agentur für Arbeit.
- Erst beantragen, dann beauftragen. Bei fast allen Programmen gilt: Der Antrag kommt vor dem Vertrag. Wer zuerst unterschreibt, verliert die Förderung.
- Anbieter fragen. Klären Sie vorher, ob Beraterin, Coach oder Bildungsträger für das Programm zugelassen sind.
- Kleine Schritte selbst zahlen. Ein halber Tag Schulung oder eine erste Beratung wird oft nicht gefördert. Der Aufwand für einen Antrag lohnt sich vor allem bei größeren Vorhaben.
Wir prüfen die Angaben in diesem Artikel regelmäßig. Die nächste Prüfung ist im Januar 2027, nach dem Ende der BAFA-Richtlinie und dem Start der neuen Mittelstand-Digital-Zentren.
Häufige Fragen
Gibt es einen Nachfolger für Digital Jetzt?
Nein. Digital Jetzt war bis Ende 2023 befristet, ein Nachfolgeprogramm mit Zuschüssen für Hard- und Software ist nicht veröffentlicht. Für Investitionen in Digitalisierung und KI bleibt vor allem der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW.
Gibt es den DIGI-Zuschuss Hessen noch?
Nein. Laut WIBank ist der DIGI-Zuschuss mit Ablauf der Förderphase im Juni 2026 beendet, weitere Förderaufrufe sind nicht vorgesehen.
Was fördert INQA-Coaching?
Ein Coaching für Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten, wenn sich durch die Digitalisierung Arbeit und Abläufe im Betrieb ändern. Der Bund übernimmt 80 % der Kosten für bis zu 12 Tage. Der Weg führt über eine INQA-Beratungsstelle, das Coaching selbst macht ein autorisierter INQA-Coach.
Wird eine KI-Schulung für Mitarbeitende gefördert?
Kurze Schulungen meist nicht. Die Agentur für Arbeit fördert Weiterbildungen erst ab mehr als 120 Stunden bei zugelassenen Trägern, die BAFA-Beratungsförderung schließt Seminare und Workshops aus. Im KfW-Förderkredit Digitalisierung ist Weiterbildung in den Stufen 2 und 3 Teil des Vorhabens.
Kann ich die BAFA-Beratungsförderung 2027 noch nutzen?
Nach heutigem Stand nicht. Die Richtlinie gilt laut BAFA bis 31.12.2026, eine Verlängerung ist nicht veröffentlicht. Wer 2026 noch eine Beratung fördern lassen will, stellt den Antrag vor dem Vertrag.
Gibt es Zuschüsse für eine eigene KI-Anwendung?
Direkte Zuschüsse für kleine Unternehmen gibt es derzeit kaum. Der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW fördert KI-Vorhaben mit unternehmensinternen Daten und enthält in den Stufen 2 und 3 einen Zuschuss von höchstens 200.000 €. Wer selbst forscht und entwickelt, kann die Forschungszulage prüfen.
Quellen
- INQA-Coaching, Informationen für KMU, inqa.de
- Richtlinie INQA-Coaching vom 12.06.2026, BAnz AT 22.06.2026 B2
- BAFA, Förderung von Unternehmensberatungen für KMU
- BAFA, Merkblatt Zuschuss, Stand 18.05.2026
- ESF Plus, Förderung von Unternehmensberatungen für KMU
- KfW, Merkblatt ERP-Förderkredit Digitalisierung (511/512)
- Bundesagentur für Arbeit, Weiterbildung von Beschäftigten
- BMWE, Förderbekanntmachung Mittelstand-Digital vom 15.12.2025
- Mittelstand-Digital, häufige Fragen zur Förderbekanntmachung
- DLR-Projektträger, Digital Jetzt
- BMWE, Bericht Innovations- und Technologieförderung im Mittelstand (go-digital)
- WIBank, DIGI-Zuschuss
- Bescheinigungsstelle Forschungszulage
Stand: . Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.





